Hochkultur auf Malta

 

Hypogäum von Hal Saflieni...
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Hypogäum von Hal Saflieni:
Das Hypogäum von Hal Saflieni ist ein zwischen 3800 und 2500 v. Chr. auf Malta genutzter unterirdischer Tempel, der somit mehr als 1000 Jahre älter ist, als die ägyptischen Pyramiden. 1902 stieß man in der maltesischen Stadt Paola beim Bau eines Hauses zufällig auf die unterirdische Tempelanlage (Hypogeum). Diese erstreckt sich über mehrere Etagen und wurde von den Erbauern mit primitiven Werkzeugen 10,6 Meter tief in den Kalkstein getrieben und über etwa 1300 Jahre sukzessiv erweitert. Die Gesamtfläche beträgt rund 500 m².
Anders als die oberirdischen Tempel Maltas (z.B. Ggantija und Hagar Qim) ist das Hypogeum von Hal Saflieni eine Art Labyrinth viel unterirdischer Gänge, Hallen und Nischen, teilweise mit ockerfarbenen Malereien geschmückt. Außer Altären und Opferkammern fand man in den Nischen die Reste von etwa 7000 menschliche Skeletten. Das Hypogeum ist auch der Fundort der kleinen aber sehr berühmten Skulptur der "Schlafenden Dame", die in Maltas Archäologischem Museum besichtigt werden kann. Frühere Hypothesen, dass das Hypogeum als eine Begräbnisstätte anzusehen ist, schienen Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts widerlegt zu sein, und man ging davon aus, dass es sich um eine sakrale Anlage handelt. Die Tatsache, dass die Skelette (wie auch die meisten der auf Malta gefundenen Skulpturen) weiblichen Geschlechts sein sollen (was wegen der Darstellungsart nicht ganz gesichert ist), führte zu der Annahme, dass es sich in dieser Zeit um die Kultur einer matriarchale Gesellschaft handelte, im Hypogeum dann Priesterinnen, Wahrsagerinnen usw. beigesetzt wurden. Aber diese Ansicht wurde wieder relativiert, eine allgemein akzeptierte Theorie gibt es noch nicht, doch spricht viel dafür, dass hier keine Verstobenen sondern Opfer deponiert wurden. Inzwischen wurde auch die Skulptur einer "heiligen Familie" (Mann, Frau, Kind) gefunden.
Die Tempelanlage kann inzwischen (nach längerer Sperrung) wieder (aber nur im beschränkten  Umfang und nach vorheriger Anmeldung) besucht werden. Das zweite Hypogäon des Archipels liegt auf Gozo. Die unterirdischen Bereiche unter dem Brochtorff Circle sind aber in der Ausgrabungsphase und noch unzugänglich.
 

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hypog%C3%A4um_von_Hal_Saflieni
http://www.malta4you.ch/html/the_hypogeum_temp.html
 

sonstiges:
geschrieben von Wolfgang im Februar 2006
Änderungen: keine

 

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Karrenspuren:
Die berühmtesten Zeugnisse einer vergangenen Hochkultur auf Malta finden sich in den sog. Karrenspuren oder auch Wagengleisen wider. Diese Spuren sehen aus wie eine im Schlamm hinterlassene Planwagenspur, die zu Stein geworden ist. Diese Gleise sind an einigen Stellen mehr als 70 cm tief, was hochgerechnet auf eine Radgröße von mindestens 150 cm schliessen lassen müßte - falls man davon ausgeht, dass es sich um Spuren handelt, die von einem solchen oder ähnlichen Fahrzeug hinterlassen worden ist. Man hat schon versucht, mit rekonstruierten Wagen diese Gleise abzufahren, doch die Wagen verkeilten sich immer.
Diese Spuren sind im Granitstein und Kalkstein vorhanden. Sie ziehen sich über weite Strecken der Insel und es gibt auch Kreuzungen der Gleise. Weiterhin gibt es Stellen, an denen die Spuren in das Mittelmeer führen.
Man ist sich darüber einig, dass diese Spuren keinen natürlichen Ursprung haben können. Über die genaue Verwendung ist man sich jedoch uneinig.
Das Alter dieser Spuren läßt sich nur schwer schätzen, man datiert sie jedoch ca. 1000-1500 v. Chr.

 

aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Clapham_Junction_%28Malta%29
Clapham Junction ist eine prähistorische Anlage von Schleifspuren im Süden von Malta, deren Zweck wie auch Alter bis heute nicht genau geklärt werden konnte. Im Allgemeinen geht man heute davon aus, dass sie zu Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. entstand, d.h. während der Bronzezeit, die in Malta durch eine neue Besiedlung um diese Zeit begann. Zusammen mit den megalithischen Tempeln auf der Insel gehören diese Spuren zu den noch nicht gelüfteten Geheimnissen aus der Geschichte Maltas.

Die Bezeichnung verdankt die Anlage dem Umstand, dass ein Engländer, der über sie berichtete, beim Anblick der Anlage an die Anordnung der Gleise im gleichnamigen Bahnhof in London erinnert wurde.
Inhaltsverzeichnis

    * 1 Die Rillen
    * 2 Theorien über den Zweck
          2.1 Schlitten- oder
               Karrengleise
          2.2 Bewässerungssystem
          2.3 Sonstige
               Erklärungsversuche


Die Rillen sind auf der ganzen Insel (zum Teil auch auf Gozo) zu finden, die Anlage Clapham Junction, die sich bei den Dingli Cliffs im Süden der Insel Malta befindet, ist jedoch die eindrucksvollste.

Die paarweise in den harten Kalkstein eingeritzten Spuren sind in etwa um die 50 cm tief und haben einen Abstand von 110 bis 140 cm. Diese an Gleise erinnernden Rillen kreuzen sich auch, einige verzweigen sich dann oder Bilden Weichen, was den Eindruck von Bahngleisen in einem Bahnhof verstärkt.
 


Theorien über den Zweck
Über den Rätsel der „Gleise“ gibt es viele Theorien und Hypothesen.

Am meisten diskutiert werden die folgenden:

    * hier wurden Güter auf Schlitten befördert, welche dann die Schleifspuren in den Stein einritzten
    * es handelt sich um Gleise für Karren, in denen ebenfalls Güter befördert wurden
    * es ist ein Bewässerungssystem

Schlitten- oder Karrengleise

Diese beiden Theorien eines Transportsystems werden am häufigsten diskutiert. Die eine besagt, die damaligen Bewohner haben etwas auf Schlitten befördert, was dann mit der Zeit die Spuren (Rillen) hinterließ; die zweite geht davon aus, dass die Bewohner diese Rillen herstellten, um in ihren Karren etwas zu befördern.

Die Theorie der Schleifspuren, die von Schlitten erzeugt wurden, hat folgende Kritik hervorgerufen: Die Schlitten müssten mit schweren Gütern beladen worden sein, was ferner impliziert, dass genügend Kraft hätte vorhanden sein müssen, um sie zu bewegen (die Besiedlungsdichte Maltas zu der damaligen Zeit und somit das Vorhandensein von Arbeitskräften lässt dies nicht unbedingt vermuten). Ein Karren, egal was man auf ihm befördert hätte, müsste wiederum Räder von mindestens etwa 1,4 Meter haben.

Eine Theorie geht davon aus, dass der Beförderungsmittel dazu diente, die großen Blöcke von Kalkstein zu den Baustellen der Tempel zu bringen. Auch diese Theorie hat allerdings einen Makel: Die Schleifspuren sind zwar auf unzähligen Stellen der Insel zu finden, allerdings ausgerechnet nicht dort, wo wir heute die Tempel finden. In diesem Zusammenhang wurden auch die Möglichkeiten erörtert, diese Blöcke seien in den Rillen auf großen aus Stein gehauenen Kugeln befördert, die Berechnungen ergaben jedoch, dass diese Kugeln die Last hätten nie tragen können.

Bewässerungssystem
Diese ebenfalls lebhaft diskutierte Hypothese versucht die Tatsache zu nutzen, dass der Boden Maltas relativ unfruchtbar ist. Mit der wachsenden Bevölkerungszahl war es immer schwieriger, diese zu versorgen, und somit wurden umfangreiche Bewässerungsanlagen für die Felder errichtet.
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Sonstige Erklärungsversuche
Es gibt noch weitere, noch weniger bestätigte Erklärungsversuche. Der maltesische Archäologe Anthony Bonann datierte dagegen die Entstehung der Rillen in das 7. Jahrhundert v. Chr. Demnach ging es um Vorrichtungen der Phönizier. Die Menge der Spuren ist jedoch mit der relativ kleinen Bautätigkeit der Phönizier nicht in Einklang zu bringen.

Für andere Erklärungen war der Umstand von großer Bedeutung, dass die Spuren in den meisten Fällen in Richtung Meer verlaufen. Problematisch ist, dass der Kalkstein, der sich unter dem Meeresspiegel befindet, durch Wellengang weitgehend angegriffen ist. Einige Quellen versuchen dennoch zu behaupten, dass die Spuren bis in die Tiefe von 70 Meter zu verfolgen sind. Weil man jedoch recht genau weiß, wie der Meeresspiegel im Mittelmeer schwankte, würde dies bedeuten, dass die Spuren mindestens 12 Tausend Jahre alt sind. Diese Hypothese wurde vertreten auch von Erich von Däniken, der Die Spuren als Start- und Landeplätze außerirdischer Wesen zu erkennen glaubte. Es fehlen selbstverständlich auch nicht die Meinungen, bei Malta handele es sich um Überreste der sagenhaften Atlantis.
Von "http://de.wikipedia.org/wiki/Clapham_Junction_%28Malta%29"

Kategorie: Archäologischer Fundplatz auf Malta

 

Spekulationen:
Bei den Karrenspuren ist mir sofort aufgefallen, dass es sich “nur”  um zwei nebeneinander laufende Rinnen bzw. Rillen handelt. Diese könnte ein Planwagen oder ein ähnliches Gefährt durchaus erzeugt haben. Jedoch wenn man folgende Gesichtspunkte berücksichtigt, könnte man ins Grübbeln kommen, dass es sich um Spuren eines Wagens handelt.
- die Spuren sind an einigen Stellen so tief, dass das mind Wagenrad 150 cm Höhe haben mußte. Wie
  groß war dann erst der Wagen?
- was wurde überhaupt wann und warum über so lange Zeit transportiert?
- wenn etwas transportiert wurde, dann wurde es auch bewegt. Wenn man davon ausgeht, dass diese
   Wagen nicht selbst fahren konnten, so sind sie (natürlich) gezogen worden. Wieso aber finden sich
   zwischen den beiden Gleisen keine Spuren von Pferden, Menschen o.ä.?

Der Wagen müßte schon von sich aus fahren können, also ungelenkt. Er würde durch die Spuren quasi zu seinem Weg gezwungen. Auch ist es seltsam, dass einige der Spuren ins Meer und dort weiter führen. Die Insel müßte sich also gesenkt bzw. der Meeresspiegel sich gehoben haben. Wie alt sollen die Spuren laut offizieller Altersbestimmung (nur) sein?

Hinweis: Diese Karrenspuren gibt es nicht nur auf Malta, sondern im gesamten  Mittelmeerraum. doch sind sie hier auf Malta noch am besten erhalten und kommen hier am häufigsten vor.

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Clapham_Junction_%28Malta%29

 

sonstiges:
geschrieben von Wolfgang im Februar 2006
Änderungen: April 2006, wikipedia, Text zu Karrenspuren eingefügt

 

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